Supersportwagen Versicherung Ratgeber – So schützen Sie Ihre Investition
Supersportwagen-Versicherung im Ratgeber: Pflicht, Vollkasko, Agreed Value, Spezialversicherer, Trackday-Schutz und Tipps zur Prämienoptimierung fuer Ihren Wagen.…

Ein Supersportwagen braucht mindestens eine Kfz-Haftpflicht, faktisch aber Vollkasko bei einem Spezialversicherer mit Allgefahrendeckung und vereinbartem Agreed Value.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Mindestdeckung beträgt 7,5 Millionen Euro für Personen- und 1,22 Millionen Euro für Sachschäden, doch bei Supersportwagen wird eine Erhöhung auf mindestens 50 bis 100 Millionen Euro empfohlen.
- Wegen hoher Reparaturkosten ist Vollkasko de facto obligatorisch: Ein Außenspiegel des Lamborghini Aventador kostet 4.000 Euro, eine Tür für den Ferrari 488 etwa 15.000 Euro.
- Die Prämie hängt von Typklasse (meist 25 und höher), Regionalklasse, Fahrleistung, Garagenstellplatz und Schadenfreiheitsrabatt ab; Saisonkennzeichen (03 bis 10) senken die Kosten.
- Spezialversicherer wie Hiscox, Helvetia, NV-Versicherungen oder OCC Assekuradeur bieten Allgefahrendeckung, während Standardversicherer mit einer benannten Gefahren-Systematik Deckungslücken riskieren.
- Eine Agreed-Value-Police garantiert einen festen Auszahlungsbetrag, idealerweise gestützt durch ein alle zwei bis drei Jahre aktualisiertes Wertgutachten (300 bis 1.000 Euro pro Gutachten).
- Trackdays sind in Standard-Vollkasko ausgeschlossen; spezielle Trackday-Versicherungen kosten 500 bis 2.000 Euro pro Tag bei hoher Selbstbeteiligung von 10 bis 20 Prozent des Fahrzeugwerts.
- Viele Versicherer verlangen bei Fahrzeugen über 500.000 Euro ein Trackingsystem wie Vodafone Automotive oder LoJack; Sammlungspolicen von Chubb, AXA Art oder Hiscox bündeln mehrere Fahrzeuge.
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Supersportwagen-Versicherung: Der umfassende Leitfaden für optimalen Schutz
Die Versicherung eines Supersportwagens ist eine der größten Herausforderungen für jeden Besitzer. Während die Wahl des richtigen Fahrzeugs eine Frage von Leidenschaft und Budget ist, ist die Versicherung eine Frage von Vernunft, Kalkulation und detaillierter Kenntnis des Marktes. Ein unzureichend versicherter Supersportwagen kann im Schadenfall zur finanziellen Katastrophe werden. Dieser umfassende Leitfaden erklärt Ihnen alles, was Sie über die Versicherung Ihres Supersportwagens wissen müssen.
Die Grundlagen: Welche Versicherungen sind Pflicht?
Wie jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeug benötigt auch ein Supersportwagen mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese deckt Schäden ab, die Sie Dritten zufügen – Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme beträgt 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1,22 Millionen Euro für Sachschäden. Bei Supersportwagen wird dringend zu einer Erhöhung auf mindestens 50 oder 100 Millionen Euro geraten – ein Ferrari, der einen Porsche 918 Spyder rammt, kann schnell Schäden in Millionenhöhe verursachen.
Zusätzlich zur Haftpflicht ist eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung für Supersportwagen de facto obligatorisch. Die Teilkasko deckt Schäden durch Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung und Wildunfälle ab. Die Vollkasko erweitert diesen Schutz um selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Angesichts der Reparaturkosten bei Supersportwagen – ein neuer Außenspiegel für den Lamborghini Aventador kostet 4.000 Euro, eine Tür für den Ferrari 488 etwa 15.000 Euro – ist die Vollkasko nicht verhandelbar.
Die Kostenfaktoren: Warum ist die Versicherung so teuer?
Die Versicherungsprämie für einen Supersportwagen setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, die die Kosten in die Höhe treiben:
Typklasse: Jedes Fahrzeugmodell wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in eine Typklasse eingruppiert, die das Schadenrisiko widerspiegelt. Supersportwagen befinden sich fast ausnahmslos in den höchsten Typklassen (25 und höher) – nicht ohne Grund: Die durchschnittliche Schadenquote bei diesen Fahrzeugen ist dramatisch höher als bei Volumenmodellen.
Regionalklasse: Ihr Wohnort beeinflusst die Prämie erheblich. Ein Supersportwagen, der in München oder Hamburg zugelassen ist, kostet mehr in der Versicherung als einer in einer ländlichen Region. Die Regionalklasse spiegelt die Schadenhäufigkeit in Ihrer Zulassungsregion wider.
Fahrleistung: Die jährliche Kilometerleistung ist ein zentraler Faktor. Wer seinen Supersportwagen nur 3.000 Kilometer im Jahr bei Schönwetter bewegt, zahlt deutlich weniger als jemand, der täglich damit fährt. Saisonkennzeichen (03 bis 10) sind eine beliebte Option, um die Prämie zu senken.
Garagenstellplatz: Ein abschließbarer Einzelgaragenplatz senkt die Prämie erheblich. Tiefgaragenstellplätze sind besser als Carports, Carports besser als Parkplätze im Freien. Einige Versicherer fordern sogar einen videoüberwachten oder bewachten Stellplatz für besonders hochwertige Fahrzeuge.
Schadenfreiheitsrabatt: Der SF-Rabatt ist bei Supersportwagen oft niedriger als beim Alltagsfahrzeug, da viele Besitzer den Supersportwagen als Zweitwagen versichern. Einige Spezialversicherer bieten die Übernahme des SF-Rabatts vom Erstwagen an – ein wichtiges Kriterium bei der Anbieterwahl.
Spezialversicherer vs. Standardversicherer
Nicht jeder Versicherer kennt sich mit Supersportwagen aus. Standardversicherer wie HUK-Coburg, Allianz oder DEVK versichern zwar grundsätzlich auch Supersportwagen, bieten aber oft keine optimalen Konditionen. Die Prämie mag niedriger sein, aber die Bedingungen enthalten Fallstricke, die im Schadenfall teuer werden können.
Spezialversicherer und Makler, die auf hochwertige Fahrzeuge fokussiert sind, bieten maßgeschneiderte Lösungen. Unternehmen wie Hiscox, Helvetia, NV-Versicherungen, OCC Assekuradeur und viele weitere haben sich auf die Versicherung von Supersportwagen, Oldtimern und Sammlungen spezialisiert. Diese Versicherer verstehen die Besonderheiten des Marktes und bieten Policen, die auf die Bedürfnisse von Supersportwagen-Besitzern zugeschnitten sind.
Der entscheidende Unterschied liegt im Kleingedruckten: Spezialversicherer bieten in der Regel eine „Allgefahrendeckung“ an, die Schäden deckt, die nicht explizit ausgeschlossen sind. Standardversicherer hingegen arbeiten mit einer „benannten Gefahren“-Systematik, die nur das abdeckt, was explizit aufgeführt ist. Ein Bremsversagen, das keinem klassischen technischen Defekt und keinem Unfall zuzuordnen ist, könnte bei einem Standardversicherer bereits in eine Deckungslücke fallen.
Der Versicherungswert: Marktwert oder Wiederbeschaffungswert?
Ein zentraler Aspekt der Versicherung von Supersportwagen ist die Wahl zwischen verschiedenen Bewertungsmodellen. Der Wiederbeschaffungswert (Wiederbeschaffung eines gleichwertigen Fahrzeugs am Markt) ist der klassische Ansatz der Vollkasko. Er deckt jedoch nicht unbedingt die Wertsteigerung, die viele Supersportwagen erfahren.
Die Alternative ist die Vereinbarung eines festen Versicherungswerts, oft als „Agreed Value“ oder „Taxwert“ bezeichnet. Dabei einigen sich Versicherer und Versicherungsnehmer auf einen festen, garantierten Auszahlungsbetrag im Totalschadensfall. Für seltene, limitierte oder im Wert steigende Fahrzeuge ist diese Option Gold wert: Wenn Ihr Ferrari 458 Speciale von 2015 heute 400.000 Euro wert ist, aber der Wiederbeschaffungswert durch die Versicherung nur auf 250.000 Euro taxiert wird, haben Sie im Totalschadenfall ein Problem. Mit einer Agreed-Value-Police wird der vereinbarte Wert – idealerweise gestützt durch ein aktuelles Wertgutachten – garantiert ausgezahlt.
Wertgutachten sollten mindestens alle zwei bis drei Jahre aktualisiert werden, insbesondere bei Fahrzeugen mit stark schwankenden Marktwerten. Die Kosten von 300 bis 1.000 Euro pro Gutachten sind gut investiert, wenn sie im Schadenfall die Differenz zur Versicherungsleistung ausmachen.
Trackday-Versicherung: Schutz für die Rennstrecke
Fast alle Standard-Vollkaskoversicherungen schließen die Nutzung auf Rennstrecken und bei Trackdays ausdrücklich aus. Wer sein Fahrzeug auf dem Nürburgring oder in Spa-Francorchamps bewegen möchte, muss sich um spezielle Trackday-Versicherungen kümmern. Diese werden entweder vom Veranstalter des Trackdays oder von spezialisierten Versicherungsmaklern angeboten.
Eine Trackday-Versicherung deckt in der Regel selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug, nicht jedoch Schäden an Drittfahrzeugen oder an der Streckeninfrastruktur (Leitplanken, Reifenstapel, etc.). Die Prämie richtet sich nach Fahrzeugwert und Strecke und liegt typischerweise zwischen 500 und 2.000 Euro pro Trackday. Die Selbstbeteiligung ist mit 10 bis 20 Prozent des Fahrzeugwerts oder einer festen Summe von 10.000 bis 50.000 Euro hoch – Trackdays bleiben ein finanzielles Risiko.
Wichtig: Haftpflichtschäden auf der Rennstrecke sind grundsätzlich nicht durch die Straßenverkehrs-Haftpflicht gedeckt, da die Strecke kein öffentlicher Verkehrsraum ist. Wer auf der Nordschleife bei einem Touristenfahrten-Tag einen Auffahrunfall verursacht, bleibt auf seinem Schaden sitzen – sowohl am eigenen als auch am gegnerischen Fahrzeug.
Besondere Klauseln und Deckungserweiterungen
Bei der Versicherung von Supersportwagen sollten Sie auf folgende Deckungserweiterungen achten, die bei Standard-Policen oft fehlen:
Neuwertentschädigung: Bei Totalschaden innerhalb der ersten 12 oder 24 Monate nach Erstzulassung zahlt die Versicherung den Neupreis, nicht den bereits gesunkenen Zeitwert.
Transportdeckung: Schäden beim Transport auf einem Anhänger oder in einem geschlossenen Transporter sind nicht automatisch in der Kaskoversicherung enthalten. Eine Transportdeckung schließt diese Lücke.
Glasbruch ohne Selbstbeteiligung: Windschutzscheiben bei Supersportwagen kosten schnell 3.000 bis 8.000 Euro. Eine Glasbruchdeckung ohne SB ist daher dringend zu empfehlen.
Marderbiss: Supersportwagen, die viel stehen, sind besonders anfällig für Marderschäden an Kabeln und Schläuchen. Die Reparatur kann tausende Euro kosten und ist nicht in jeder Teilkasko enthalten.
Hotelkosten bei Pannen: Wenn Ihr Supersportwagen auf der Fahrt in den Urlaub liegen bleibt, können die Hotel- und Rückreisekosten zur unangenehmen Überraschung werden, wenn sie nicht versichert sind.
Tipps zur Prämienoptimierung
Es gibt zahlreiche legale Wege, die Versicherungsprämie für Ihren Supersportwagen zu senken, ohne den Schutz zu gefährden:
- Saisonkennzeichen: Wenn Sie das Fahrzeug nur von April bis Oktober bewegen, sparen Sie mit einem Saisonkennzeichen erheblich.
- Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung in der Vollkasko (2.500 Euro statt 500 Euro) senkt die Prämie spürbar – vorausgesetzt, Sie können den Betrag im Schadenfall verkraften.
- Werkstattbindung: Die Verpflichtung, Reparaturen in einer Partnerwerkstatt des Versicherers durchführen zu lassen, reduziert die Prämie. Für Supersportwagen ist dies jedoch nicht immer empfehlenswert – eine Ferrari-Vertragswerkstatt ist möglicherweise nicht im Partnernetz.
- Mehrfahrzeug-Rabatt: Wer mehrere Fahrzeuge beim gleichen Versicherer versichert, erhält oft attraktive Rabatte.
- Jährliche Zahlweise: Die jährliche Zahlung der Prämie ist meist günstiger als monatliche oder vierteljährliche Raten.
- Telematik-Tarife: Einige Versicherer bieten Rabatte für den Einbau eines Fahrverhaltens-Trackers. Bei einem Supersportwagen, der selten und verantwortungsvoll bewegt wird, kann dies die Prämie halbieren.
Fazit: Sicherheit für die automobilen Schätze
Die Versicherung eines Supersportwagens ist kein Bereich für Sparsamkeit. Die richtige Police, abgeschlossen bei einem Spezialversicherer mit Erfahrung im Hochpreissegment, ist die Grundlage für sorgenfreie Fahrt. Investieren Sie Zeit in den Vergleich der Anbieter, lassen Sie sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, der sich mit Supersportwagen auskennt, und lesen Sie das Kleingedruckte. Im Schadenfall werden Sie froh sein, keine Kompromisse gemacht zu haben.
Diebstahlschutz und moderne Sicherheitstechnik
Supersportwagen sind begehrte Ziele für professionelle Diebesbanden, und die Sicherung dagegen ist eine ernste Angelegenheit. Keyless-Go-Systeme, die das Öffnen und Starten ohne Schlüssel ermöglichen, sind ein Sicherheitsrisiko: Mittels sogenannter Relay-Attacken wird das Funksignal des Schlüssels verlängert, und die Diebe können das Fahrzeug öffnen und starten, während der Schlüssel tatsächlich im Haus liegt.
Ein wirksamer Schutz gegen Relay-Angriffe ist die Aufbewahrung der Schlüssel in einer funkabschirmenden Box oder Tasche (Faraday Cage). Noch besser sind moderne Schlüsselsysteme mit Bewegungssensor, die das Funksignal deaktivieren, sobald der Schlüssel einige Minuten ruht – BMW und Mercedes setzen diese Technologie bereits ein, und sie sollte Standard bei jedem Supersportwagen-Schlüssel sein.
Zusätzliche mechanische Sicherungen wie eine Lenkradkralle, eine Parkkralle oder ein professionelles Trackingsystem sind empfehlenswert. Systeme wie Vodafone Automotive oder LoJack senden im Diebstahlsfall GPS-Koordinaten an eine 24/7-Überwachungszentrale, die mit der Polizei kooperiert. Die Kosten liegen bei 1.000 bis 3.000 Euro für Installation und jährlich 300 bis 500 Euro für das Monitoring. Viele Versicherer verlangen ein solches System für Fahrzeuge mit einem Wert über 500.000 Euro.
Schadenmanagement und Gutachter: Was tun, wenn es kracht?
Im Schadenfall zählt jede Minute. Die erste Priorität ist die Sicherung der Unfallstelle und die Dokumentation des Schadens mit umfassenden Fotos. Bei einem Supersportwagen mit Carbon-Karosserie ist es essenziell, dass der Gutachter Erfahrung mit diesem Material hat. Ein normaler Kfz-Gutachter erkennt möglicherweise nicht, dass ein scheinbar oberflächlicher Riss im Carbon eine tiefgehende strukturelle Beschädigung des Monocoques sein kann.
Bestehen Sie auf einem Sachverständigen, der vom Versicherer unabhängig ist. Der Versicherer wird Ihnen einen Gutachter vorschlagen, aber Sie haben das Recht, einen eigenen zu beauftragen – und das sollten Sie bei einem Fahrzeug dieser Wertklasse auch tun. Ein spezialisierter Supersportwagen-Gutachter kennt die Reparaturmethoden, die Stundensätze autorisierter Werkstätten und die Preise für Ersatzteile und kann so eine realistische Schadenkalkulation erstellen, die Ihnen die volle Entschädigung sichert.
Bei der Reparatur sollten Sie auf einer autorisierten Vertragswerkstatt bestehen. Ein Ferrari, der von einer freien Karosseriewerkstatt repariert wurde, verliert massiv an Wert – selbst wenn die Reparatur technisch einwandfrei ist. Die Mehrkosten einer Vertragswerkstatt sind in der Regel von der Kaskoversicherung gedeckt, wenn die Police eine entsprechende Werkstattklausel enthält. Prüfen Sie diesen Punkt vor dem Schadenfall.
Internationale Versicherung bei Auslandsfahrten
Supersportwagen-Besitzer unternehmen gerne ausgedehnte Touren ins europäische Ausland, nach Italien, Frankreich, in die Schweiz und nach Österreich. Die Standard-Kfz-Versicherung gilt innerhalb der EU in der Regel ohne Einschränkungen, aber der Teufel steckt im Detail. Die Deckungssummen für Haftpflichtschäden variieren von Land zu Land, und in Ländern außerhalb der EU (Schweiz, Großbritannien seit dem Brexit) kann eine zusätzliche Versicherung erforderlich sein.
Für Reisen in außereuropäische Länder ist eine spezielle Transport- und Reiseversicherung notwendig. Wer seinen Supersportwagen per Container nach Dubai oder Miami verschifft, muss eine Transportversicherung abschließen, die Schäden während der Verschiffung, beim Be- und Entladen sowie bei der Zwischenlagerung deckt. Diese Policen kosten etwa 0,5 bis 1 Prozent des Fahrzeugwerts pro Transport.
Besondere Vorsicht gilt bei der Teilnahme an Rallyes im Ausland. Veranstaltungen wie die Mille Miglia oder die Tour Auto erfordern spezielle Rallye-Versicherungen, die Schäden bei Wertungsprüfungen auf abgesperrten Strecken abdecken. Standard-Policen schließen solche Aktivitäten in der Regel aus, und der Veranstalter verlangt einen Versicherungsnachweis vor dem Start. Planen Sie diesen Zusatzschutz rechtzeitig ein – die Bearbeitungszeit bei Spezialversicherern kann mehrere Wochen betragen.
Versicherung von Supersportwagen-Sammlungen: Das große Ganze
Wer mehrere Supersportwagen besitzt, steht vor der Herausforderung, eine Sammlungsversicherung zu finden, die den Gesamtwert des Portfolios angemessen abdeckt. Einzelpolicen für jedes Fahrzeug sind nicht nur teuer, sondern auch administrativ aufwendig. Sammlungsversicherungen bündeln mehrere Fahrzeuge in einer Police und bieten in der Regel günstigere Konditionen als die Summe der Einzelversicherungen.
Spezialversicherer wie Chubb, AXA Art oder Hiscox bieten sogenannte „Collector Car Policies“ an, die auf die besonderen Bedürfnisse von Sammlern zugeschnitten sind. Diese Policen decken nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch Ersatzteile, Automobilia und sogar Wertverluste durch Marktschwankungen nach einem Unfall. Die Prämien liegen typischerweise zwischen 0,1 und 0,4 Prozent der Versicherungssumme pro Jahr, abhängig von den Sicherheitsvorkehrungen und der Lagerung.
Ein oft übersehener Aspekt der Sammlungsversicherung ist die Deckung von Wertsteigerungen. Wenn Ihr Ferrari 250 SWB innerhalb eines Jahres um 2 Millionen Euro im Wert steigt, Sie aber nur die ursprüngliche Versicherungssumme abgeschlossen haben, sind Sie im Totalschadenfall unterversichert. Moderne Sammlungsversicherungen bieten eine automatische Wertsicherungsklausel, die den Versicherungswert jährlich oder halbjährlich an die Marktentwicklung anpasst. Alternativ kann der Versicherungswert durch ein externes Gutachten jährlich neu festgesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Versicherung ist für einen Supersportwagen in Deutschland Pflicht?
Pflicht ist mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit gesetzlicher Mindestdeckung von 7,5 Millionen Euro für Personenschäden und 1,22 Millionen Euro für Sachschäden. Bei Supersportwagen wird eine Erhöhung auf 50 bis 100 Millionen Euro empfohlen. Zusätzlich gilt eine Vollkaskoversicherung wegen der hohen Reparaturkosten als faktisch obligatorisch.
Warum ist die Versicherung eines Supersportwagens so teuer?
Die Prämie wird durch mehrere Faktoren in die Höhe getrieben: Supersportwagen liegen fast immer in den höchsten Typklassen (25 und höher), die Regionalklasse des Wohnorts, die jährliche Fahrleistung, die Art des Garagenstellplatzes und ein oft niedriger Schadenfreiheitsrabatt beeinflussen den Preis. Die durchschnittliche Schadenquote dieser Fahrzeuge ist dramatisch höher als bei Volumenmodellen.
Was ist eine Agreed-Value-Police und warum lohnt sie sich bei Ferrari oder seltenen Modellen?
Eine Agreed-Value-Police vereinbart einen festen, garantierten Auszahlungsbetrag im Totalschadensfall. Sie lohnt sich für seltene oder im Wert steigende Fahrzeuge: Ist ein Ferrari 458 Speciale heute 400.000 Euro wert, wird vom Wiederbeschaffungswert aber nur 250.000 Euro taxiert, sichert der vereinbarte Wert die volle Auszahlung. Idealerweise stützt ein aktuelles Wertgutachten den Betrag.
Brauche ich eine spezielle Trackday-Versicherung für den Nürburgring oder Spa?
Ja, denn fast alle Standard-Vollkaskoversicherungen schließen Rennstrecken und Trackdays ausdrücklich aus. Spezielle Trackday-Versicherungen vom Veranstalter oder Maklern kosten typischerweise 500 bis 2.000 Euro pro Tag und decken nur selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug. Die Selbstbeteiligung liegt bei 10 bis 20 Prozent des Fahrzeugwerts oder 10.000 bis 50.000 Euro.
Was unterscheidet einen Spezialversicherer von einem Standardversicherer bei Supersportwagen?
Spezialversicherer wie Hiscox, Helvetia, NV-Versicherungen oder OCC Assekuradeur bieten eine Allgefahrendeckung, die alle nicht explizit ausgeschlossenen Schäden deckt. Standardversicherer wie HUK-Coburg, Allianz oder DEVK arbeiten mit einer benannten Gefahren-Systematik und decken nur explizit Aufgeführtes, was im Schadenfall zu teuren Deckungslücken führen kann.
Wie kann ich die Versicherungsprämie für meinen Supersportwagen senken?
Legale Wege sind ein Saisonkennzeichen für die Nutzung von April bis Oktober, eine höhere Selbstbeteiligung (etwa 2.500 statt 500 Euro), Werkstattbindung, ein Mehrfahrzeug-Rabatt, die jährliche Zahlweise und Telematik-Tarife. Bei einem selten und verantwortungsvoll bewegten Supersportwagen kann ein Fahrverhaltens-Tracker die Prämie sogar halbieren.
Wie schütze ich einen Supersportwagen vor Diebstahl durch Relay-Attacken?
Bei Keyless-Go verlängern Diebe das Funksignal des Schlüssels. Wirksamen Schutz bietet die Aufbewahrung der Schlüssel in einer funkabschirmenden Box (Faraday Cage) oder ein Schlüssel mit Bewegungssensor, wie ihn BMW und Mercedes nutzen. Zusätzlich empfehlen sich Lenkradkralle, Parkkralle und Trackingsysteme wie Vodafone Automotive oder LoJack.
Wie sollte ich im Schadenfall mit einem Carbon-Supersportwagen vorgehen?
Sichern Sie die Unfallstelle und dokumentieren Sie alles mit umfassenden Fotos. Bestehen Sie auf einem vom Versicherer unabhängigen Gutachter mit Carbon-Erfahrung, da ein oberflächlicher Riss eine strukturelle Schädigung des Monocoques sein kann. Lassen Sie in einer autorisierten Vertragswerkstatt reparieren, denn freie Werkstätten mindern den Fahrzeugwert massiv.


